künstlerische Entwicklung
schlicht und klar

 

Eine Wende im Leben und in der Kunst erfährt Rüttimann 1986. Eine lebensbedrohliche Krankheit führt ihn durch die schamanische Einweihung.
Die darauffolgenden, dramatischen Veränderungen betreffen gleich alle Aspekte seines
Lebens.
Der schamanische Lehrgang mit seinen zahlreichen Prüfungen bietet ihm auch eine Fülle an neue Themen an, die er konkret in seinen Bildern umsetzt.


„Vision“
70 x 50 cm - Tuschefeder auf Transparent - 1992
 „Vision“ ist der Beschrieb einer schamanischen „Lehrmeister-Begegnung“.
Die doppelte Schwan-Frau führt - hier als übergeordnete Führerin der Altaï-Schamanen - Elemente der schamanischen Realitäten zu einer neuen Wirklichkeit zusammen :
das gebrochene Zeitrad, der geheimnisträchtige Mistel-Mond, das unergründliche Teich-Wasser und der junge Fuchs.
Nun fragt das Bild, wer denn die Vision hat? Der Künstler oder der Fuchs?
Und schliesslich sind sich nicht etwa Künstler und Fuchs im Schamane Eins?
 


„Die weisse Frau von Baïkal“
60 x 48 cm - Tuschefeder auf Japan - 1989
 

Entbehrung und Entsagung auf dem schamanischen Lehrpfad widerspiegeln sich in der Kunst von Rüttimann.
Ein klarer, schlichter und reifer Stil prägt die Werke in den späten achtziger Jahren.
Die Perfektion des einzelnen Striches, die Stärke des einzelnen Motivs und die gestalterische Intensität gewinnen an Bedeutung.
Das Grundlegende soll nun unmissverständlich ausgedrückt werden.


„Le Cholè ché lêvo po ti“ 2
50 x 70 cm - Tuschefeder auf Transparent über eine graue Elefantenhaut - 1989
Der Titel bezieht sich auf ein Sprichwort auf greyerzer Patois, wobei der Künstler das Sprichwort verändert hat.
Ursprünglich heisst es "die Sonne steht für dich auf", Rüttimann hat daraus "der Einsame steht für dich auf" gemacht und deutet damit auf seine Situation in diesen Jahren.
In dieser Wort-Spielerei
fliesst etwas Optimismus allen Widrigkeiten zum Trotz und zugleich etwas Selbstironie.
 


„Luna e Paradiso“
50 x 70 cm - Tuschefeder auf und hinter Wolkenpergament - 1990
Nachdem der Schamane in die Mysterien der Anderwelt getaucht ist, jene magische Dimensionen erkundet hat und die Unterstützung der Naturgeister bekommen hat, verschmelzen Mond und Schamane in der Landschaft vom  Luganersee zusammen.
Damit drückt er auch aus, dass sich der Schamanen-Lehrling vollkommen von seinem bisherigen Leben entledigen muss, bevor er in ein neues hineinwachsen kann.
 Wohl eine Meisterleistung in der Schlichtheit.
 

weiterlesen : Übergangszeit

  
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In den Malphasen
ergeben sich Überschneidungen,
da ich gerne mal die eine, mal die andere
künstlerische Vorgehensweise wähle.
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aktualisiert 28.02.2015