der Zeitgeist

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die Kunst im Fluss zu sein

Unter der Rubrik Zeitgeist finden Sie laufend Informationen über die Zeitqualität, die Jahreskreisfeste und die Rituale, die ich darum pflege.
Wer sich im Fluss befindet, erlebt immer wieder erstaunliche Momente des Einklangs mit der Natur und ihrer spirituellen Dimension.


Ostara / Tagundnachtgleiche
In der Zeit um die Tagundnachtgleiche nimmt die Tageslänge am schnellsten zu und die meisten Menschen erleben auch  in ihrem Alltag einen ausgesprochenen Antrieb. Die Sonnenwärme überwiegt von nun an die Kühle der Nächte und damit beginnt die warme Jahreshälfte.
Die Osterfeier bezieht ihren Namen von der keltischen Göttin Ostara, die am 21. März aufersteht und der irdischen Welt den Frühling bringt. In der germanischen Mythologie war Ostara die Göttin der Morgenröte, sowie Sonnen- und Frühlingsgöttin. Der Hase war bei den Germanen und Alamanen ein Fruchtbarkeitssymbol. Diese Sinngebung ist beim Ei als „Hoffnungsträger neuen Lebens“ noch offensichtlicher.  Die Frühlings-Tagundnachtgleiche war auch das Fest vom Bär, der eben zu dieser Zeit aus dem Winterschlaf erwacht.
Bei den Römern war diese Zeit Minerva, bei den Griechen Athene geweiht - die weise Königin der Künste und Wissenschaften - so gesehen ist diese Zeit günstig, um ein Studium zu beginnen.

Kraftort im  Greyerz

Meine Ritualfeier zu Ostara führt mich in einer Au an der Saane, die ich schon von Kindesalter her kenne.
Um den Wasserfall der Kalksinterquelle wächst üppig und passend zum Jahreskreisfest schmackhaften Bärlauch.
Die Fruchtbarkeit – Hauptthema der Ostara-Feier, wie das Jahreskreisfest der Tagundnachtgleiche  genannt wird – findet in den Tuffsinterquellen eine beeindruckende Illustration. Bei diesen Quellen gebärt der erst aus der geheimnisträchtigen Unterwelt herausgetretene Wasserstrom neue Erdsubstanz. Die Erdgöttin wächst in den Tuffstinterquellen dem Himmel entgegen. Und die sichtbare Fruchtbarkeit des Quellwassers, diese Tuffsubstanz bietet vielen Pflanzen, Moos, Farn, sowie einer Vielzahl hochspezialisierten Kleinlebewesen ein einmaliges Biotop an.

Bei dem einen Ritualbesuch hatte ich die schlechte Überraschung auf Unrat zu stossen. Ich lief zuerst daran vorbei, schliesslich wollte ich zum Wasserfall gehen und die Tagundnachtgleiche feiern. Doch nach ein paar Schritten entschied ich mich, zuerst den Kehricht zu räumen, ihn später nach Hause mitzunehmen, um ihn ordentlich zu entsorgen. So kehrte ich um. Anschliessend feierte ich die Tagundnachtgleiche in der anmutenden Senke am Quellbächlein. Am Schluss meiner kleinen Feier zog es mich unwiderstehlich zur Tuffwand hinauf. Als ich dort das lebende Gestein von nah beobachtete und sanft berührte, löste sich eine kleine Kalkplatte von der Wand ab. Ich konnte sie gleich auffangen und entdeckte beim Umdrehen des zarten Tuffgesteins die entzückende Versteinerung eines Buchenblatts. Derartige Gaben der Natur galten früher als Geschenk der Götter. Die in einer Versteinerung enthaltenen Urkräfte vermitteln dem aufmerksamen Beschenkten auch heute noch Urwissen. Die spirituelle Bedeutung des Kraftorts wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass sich gleich am gegenüberliegenden Ufer der Saane Kalksteinplatten befinden, die ihrerseits Versteinerungen von Ammoniten enthalten. Umso mehr Respekt und Dankbarkeit verspürte ich nun für den magischen Bezirk um die Tuffsinterquelle, wo gegenwärtig laufend neue Versteinerungen entstehen, neben denen, die Hunderte von Jahrmillionen alt sind.

Au- und Flusslandschaften sind ausgezeichnete Orte, um dem Frühling zu begegnen. Die Feuchte ist einer der wichtigsten Faktoren beim Erwachen der Pflanzenwelt nach dem Winter. Entsprechend früh reagiert dort die Flora und im Gleichschritt werden auch die Naturgeister aktiver. Genau diese Weckkraft des Wassers habe ich auf meinem Frühlingsbild zum Ausdruck gebracht.


"Frühling"
- Acryl auf Torchon - März 2008

Keimen und Sprossen verkörpern die Frühlingskraft und ihre paradoxen Eigenschaften : um die Samenkapsel zu sprengen und den Spross durch den Erdreich durchzustossen, braucht es Wille und eine gesunde Portion "Aggressivität". Auf die psychologische Ebene sind Impulsivität, Spontaneität, Erregung und Zorn natürliche Steigerungsformen dieser Aggressivität. Dieser ungestüme Lebenswille verdeckt auch eine ausgeprägte Zerbrechlichkeit, man denke nur an das zarte Wesen des Keimlings, der die rauhe, sandige Erde durchstossen muss, um ans Licht zu gelangen. Die junge und impulsive Frühlingskraft wird im schamanisch-spirituellen Bereich als Kraft der Hand und des Schwertes bezeichnet : darunter wird sie primär als Handlungskraft, gewissermassen auch als Ent-scheidungskraft verstanden (das "richtende" Schwert wird eben aus der Scheide gezogen). Das Schwert soll man aber nicht so leichtfertig ziehen, es muss mit grösster Vorsicht und Verhältnismässigkeit eingesetzt werden. Aber um im Leben weiterzukommen, muss man wohl Wahlen treffen und Entscheidungen fällen. Die Gefahren einer ungezügelten Frühlingskraft sind übertriebenes Treiben, Gewalt und Zerstörung und das Gegenpol liegt im Altruismus - man streckt die Hand, um zu helfen, man reicht die Hand zum besiegeln des Friedens, man gibt dem Kind die Hand, um seine erste Schritte zu begleiten.

Der Frühling-
Wander-Tipp passend zum Zeitgeist im März-April.

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aktualisiert 13.03.2020
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