verwachsener Baum : die aufflammende Fichte am Pilatussee

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Im Wald unterhalb vom Pilatus wurden damals Drachen gesichtet, letztmals 1503 zwischen Fräkmünt und Malters.

Pilatus: König der Drachenberge
"Der Zusammenhang von Drachenwelt und Pilatus ist durch die vielen Sagen allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, dass in der Naturmythologie der Pilatus alleine durch seine landschaftliche Stellung [...] als Drachenberg gilt. [...] In verschiedenen Kulturen gelten Bergmassive oder auch verbundene Bergketten, die in ostwestlicher Richtung verlaufen, als Orte des Heiligen und der Mysterien.  [...] Die Gipfelpartie ist auf die Sonnenbahn ausgerichtet, so dass am östlichen Ende die Energien des Morgens, des Frühlings und des Keimens vorherrschen, während am westlichen Ende dien Energien des Herbstes die Stimmung prägen. An solchen Orten öffnet sich manchmal ein Fensterchen in die unendlichen Weiten der Nacht, in die Mysterien des Jenseits. Auch die Drachenfigur lebt von einer polaren Spannung. Ungeheuer, die in Höhlen hausen, sind mit der Erde und der Unterwelt verbunden. Doch immer wieder pflegen die Drachen in himmlischen Sphären emporzufliegen und nehmen dadurch am Sonnenhaften und Göttlichen teil. Sie verkörpern in vielen Kulturen und Mythologien das Ursprüngliche, die rohen Kräfte der Natur und das Wilde. Sie werden mit Chaos, Zerstörung und Schöpfung in Zusammenhang gebracht. [...]
Der Name soll ausserdem daran erinnern, dass die unrühmliche biblische Gestalt des Pilatus in den Berg verbannt wurde. Diese Sagen reflektieren die dunkle, ungeheuerliche, destruktive Seite des Drachenbergs. Die solaren, fruchtbaren und wohlwollenden Seiten des Bergs werden ebenso reichlich in den Erzählungen erwähnt."

aus Magische Zentralschweiz im AT-Verlag
von Charles A. Rüttimann          => zum Buch

 

Diese wunderschöne Fichte
mit jenen "aufflammenden" Nebenstämmen
wächst an einem Ort der Kraft,
der früher vermutlich ein bedeutenden Kultort war :
der ehemalige Pilatussee.

"Ausserordentlich unheimlich waren die Umstände um den See. Er nahm nie zu und auch nie ab. Er wies weder Abfluss noch Zufluss auf. Der Wind hat man nie darauf spielen sehen und das Unglaublichste : im Winter fror er nie zu. [...] Wenn jemand mutwillig etwas in die unbewegliche Fläche warf, oder schlimmer noch, wenn einer über den Pilatus spottete, ihn beschimpfte oder gar herausforderte, so folgte sicher ein Unwetter als Rache. Der vom Pilatus heranbrausende Krienbach hat in Luzern sehr oft Verwüstung und Elend angerichtet. Die Obrigkeit sah sich sogar genötigt, Besuchsverbote zu erlassen. Beim Alpaufzug schickte jeden Frühling der Rat von Luzern einen Knecht, um den Eid der Älpler abzunehmen, den Zugang zum See zu bewachen und niemandem Zugang zu gewähren. [...]  Mehrere Geistliche wurden 1387 ins Gefängnis gesteckt, weil sie den See besuchen wollten. Ein weiterer Besucher wurde sogar dafür hingerichtet. Letzlich beschloss die Obrigkeit 1594 den See abzugraben.
Es ist erstaunlich, wie viel Mühe und Aufwand sich die wechselnde Obrigkeiten während Jahrhunderten gaben, um den Zugang zum See zu verwehren. Es erweckt gar den Verdacht, der Gang zum See sei eine Art heidnischer Brauch gewesen, den es auszumerzen galt. Die ungezügelten Aspekte des Drachens wurden von der mittelalterlichen Kirche wenig goutiert. Das paradoxe Ungeheuer wurde daher als Sinnbild des Bösen dargestellt. Als westlicher Abschlusspunkt des Drachenbergs ist der Pilatussee vielleicht ein alter Drachenkultort."

aus Magische Zentralschweiz im AT-Verlag
von Charles A. Rüttimann          => zum Buch

 

Um den Pilatussee gibt es sehr viele weitere verwachsene Bäume. Im Mittelalter fand eine regelrechte Verfolgung gegen den Kraftort statt. Möglicherweise wurde die ambivalente Figur des Drachens mit Kultformen verehrt, welche die damalige Moral nicht tolerieren konnte.

 

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aktualisiert 06.02.2015
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