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Unter der Rubrik Zeitgeist werde ich laufend Informationen über die Zeitqualität, die Jahreskreisfeste und die Rituale, die ich darum pflege.
Wer sich im Fluss befindet, erlebt immer wieder erstaunliche Momente des Einklangs mit der Natur und ihrer spirituellen Dimension.
Beltane
Die Feierlichkeiten von Beltane (gällisch) zeigen viele Verwandtschaften zu den germanischen Walpurgisriten.
Anschliessend zur Tagundnachtgleiche (21. März) erleben Natur und Menschen einen deutlichen Auftrieb. Erstes Grün und Blumen begleiten uns immer zahlreicher durch den April, aber erst den Mai bringt üppiges Spriessen, verbreitetes Wachstum und Blühen in übermütiger Fülle. Darum hiess es bei den Germanen, dass in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai Freyr und Freya den Frühling zeugen. So gelten Walpurgisnacht und Beltane als Feier der Fruchtbarkeit, der Initiation, der Geschlechtsreife und der aufsteigenden Naturkräfte.
In der Walpurgisnacht sollen die alten Griechen im Freien miteinander geschlafen haben : man glaubte, dass die Erde (Demeter/Gaia) die sexuelle Energie schätze, die auf ihren Feldern dargebracht wurde, und dass diese die Fruchtbarkeit des Korns und der Tiere anrege, sowie die Lebenskraft der Gemeinschaft steigere. Im frühen Griechenland galten Kinder, die in diesen Tagen gezeugt wurden, als Kinder der Götter, weil niemand sagen konnte, wer der Vater war. Ähnliche rituelle Liebesakte fanden vermutlich auch andernorts im vorchristlichen Europa statt. Diese Nacht - eine der grossen Hexennächte - wurde auch immer wieder zur Zukunftsdeutung und besonders für Liebesorakel geschätzt.
Der wohl bekannteste Maibrauch ist der Maibaum. Zu Walpurgis wurden früher Birken oder Buchen aus dem Wald geholt und der Liebste vor das Haus gestellt. In den Dörfern wurde um den Baum getanzt, zum Teil wurden auch sogenannte "Tanzbödeli" in grossen Linden eingerichtet. In Österreich, Bayern, Baden-Würtenberg und Oberlausitz wurden auch Fichten oder Tannen aufgestellt. Die zentrale Stellung des Baums in diesen Traditionen geht vermutlich auf die Ehrung des Weltenbaums zurück.
Den Überlieferungen gemäss sollen die Kelten auch Häuser und Ställen mit frischem Grün geschmückt haben. Die häufige Verwendung von Birken für den Maibaum ist insofern interessant, dass diese Essenz unter den frühen europäischen Völkern als Weltenbaum verehrt wurde, später bei den Germanen von der Esche abgelöst wurde. Laubbäume sind mit dem fast gleichzeitigen, explosionsmässigen Spriessen tausender Blättern eindrückliche Fruchtbarkeitssymbole.
Eine der wichtigsten Komponente der ursprünglichen Beltane-Tradition ist das Feuer. Die indogermanische Wurzel bel bedeutet hell, lichtvoll. Bel (Belenos) war eine keltische Sonnengottheit. Um Krankheiten vorzubeugen wurde unter Aufsicht von Druiden das Vieh zwischen zwei Feuer getrieben. Auch in Deutschland wurden lange Zeit vielenorts Feuer entfacht, um die bösen Geister zu vertreiben. Manchenorts gingen junge Paare symbolisch für die ganze Gemeinschtaft zwischen den zwei Feuerstellen hindurch, andernorts sprangen Verliebte gemeinsam nach dem Herunterbrennen über die Glut. Im Mittelalter galt die englische Äbtissin Walburga (710-779) eben als Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut. Der Bezug zum Feuer und zur Sonne ist auch durch die Stellung von Beltane im Jahreskreis gegeben : dieses Fest markiert den Übergang von der kalten Jahreshälfte, von der Welt der Schatten unter Herrschaft der Eis-Grundkräfte, zur warmen Jahreshälfte unter Herrschaft der Feuer-Kräfte. Manche vermuten, dass in der Beltane-Nacht Einschliessungsritualen in den Dolmen-Kammern stattfanden.
In dieser Nacht ist übrigens die Trennung zwischen Alltagswelt und das Reich der Naturgeister nicht so bestimmt wie ansonsten.
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Die lange und bunte Prozession um den Bann – Auffahrtsumritt Beromünster |
Eine heute noch sehr lebhafte Ritualform, die nahe an die germanischen Tradition liegt, sind die Pfingst- und Auffahrtsumritte wie in Sempach und Beromünster. Diese Kirchenfeste sind allerdings erst im Mittelalter entstanden und besitzen keinerlei Verbindung zu den früheren Mai-Festen. Die Prozession beim Umritt folgt dem Bann, bzw. der nach germanischen Recht festgelegten Grenze der Gemeinde. Hie und dort sind kleine Torbogen und Altäre mit jungen Buchen und Blumen geschmückt. Sie sind auf jeden Fall Ausdruck des menschlichen Bedürfnisses, das alltägliche Wirken im Schutz des göttlichen Segens zu stellen.
„Monts de Riaz“Acryl und Tuschefeder auf Bristol und Japanpapier 1994 100 x 70 cm Die Schlüsselblumen, die Schmetterlinge und die Stimmung eines besonders lieblichen |
Die Zeitqualität der Walpurgisnacht setzt sich den ganzen Wonnemonat Mai hindurch lieblich und heiter fort. Bezüglich Projekte geht es in dieser Zeit um "Test", bzw. gilt es auf die innere Stimme zu hören, ob man wirklich gern und in Liebe mit dem zu Lichtmess erwogenen Projekt leben kann. Zu Beltane begegnen sich Herz und Geist, Intellekt und Intuition. An ausgesuchten Orte der Kraft können wir auch mit Inspiration aus der Anderwelt rechnen, denn vom ersten Mai an nehmen die Kräften der Elfen und Feen deutlich zu.
Der Frühling-
passend zum Zeitgeist im April-Mai.
Und eine Botschaft, die mir die Schlüsselblume-Deva im März 2020 mit Nachdruck ans Herz gelegt hat.
Ich war rituell unterwegs zu einem überregionalen Energie-Zentrum, als mir diese herrliche Pflanzen-Göttin diese prägnante Weisheit anvertraut hat : 
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