| *************************************************** | | Beiträge-Volltexte : vom letzten bis zum Startschuss | | *************************************************** | | 23.12.2018 | **************** | Thema: Jahreszeiten und Rituale Thema: Spiritualität | Ritual zur Erneuerung Am 3. Januar dieses Jahrs schüttelte der Sturm Burglind ganz Europa durch, war in der Schweiz für 120 Millionen Franken Schaden verantwortlich. Tja, wir sind im Vergleich zu Nachbarländern noch glimpflich davon gekommen. Im Wald gleich unter meinem Haus wurde eine Fläche von 200 mal 80 Meter flachgelegt. Die Strasse zu Rüschegg wurde vier Tage lang ganz gesperrt. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in den Frühling. Damit haben die vielen Naturgeister im Dürrebodeholz ein schönes Zuhause verloren. Sie sind dort geblieben, aber sie haben gelitten und zeigten sich kaum mehr.
 Das Obers-Dürrebodeholz war eine lauschige Etappe unterwegs zu den Gambachfällen (hier oben).
Die Winter-Sonnenwende markiert der Beginn eines neuen Zyklusses. Abgesehen dass die Tage vorerst unmerklich länger werden, gibt die Sonnenwende einen Erneuerungsimpuls in der Natur ab. Es ist wie ein Samen, der in die Erde gegeben wird, ein Samen, der noch eine gewisse Zeit ruhen muss, um dann keimen zu können. Man kann der Impuls durch Bewusstwerdung nutzen. Man kann der Nutzen noch zusätzlich ausbauen, indem man ein Ritual abhält. Die Erneuerung kann psychologischer, physischer oder spiritueller Natur sein. Das habe ich diesen 23. Dezember am oberen Rand vom Dürrebodeholz getan, um die Erneuerungskräfte der Sonnenwende auf die Regeneration des Walds zu übertragen, bzw. um den vielen dortigen Naturgeistern möglichst schnell wieder ein ansprechendes Zuhause zu bescheren. Nach sorgfältiger Auswahl des Ritualorts und Begrüssung der vier Himmelsrichtungen mit Holunderblüten, habe ich verschiedene Produkte aus der Ernte 2018 um den Ort gestreut. Die angewendeten Pflanzen stellten übrigens die vier Elemente dar : Erde - Wasser - Feuer - Luft. Damit wurden alle Naturkräfte mit der Sonnenwende-Kraft vereint. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 16.12.2018 | **************** | Thema: Jahreszeiten und Rituale | Das Zuhause pflegen - für eine gute Winterzeit Viele Leute haben Ferien zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Sonnenwende ist zwar vorbei, doch die Umkehr zu längeren Tagen noch nicht vollzogen. Diese energetische Unbestimmtheit findet auch im Alltag der Altjahrswoche seinen Niederschlag und die Lässigkeit im zwischenmenschlichen Umgang entspricht der gegenwärtig flauen energetischen Situation. Der Alltag ist "ausgeklammert" - in diesem Zeitraum sind Ferien naheliegend.
Ich aber nehme meine Ferien vor Weihnachten, bzw. vor der Winter-Sonnenwende. Anstatt in den Läden herumzurennen, geniesse ich das endende Jahr, die zunehmende Ruhe, der bevorstehende energetische Stillstand. Dabei reinige ich mein Zuhause fast so gründlich, als stünde ein Umzug bevor. Damit trenne ich mich von den Lasten der vergangenen aktiven Jahreszeiten, von nicht mehr gebrauchten oder nicht mehr erwünschte Objekte. Mit dem sauberen und geordneten Wohnraum bereite ich mir ein ideales Zuhause, um gemütliche Winterstunden zu verbringen.
Einverstanden : der Frühlingsputz macht Sinn, um neue Kraft, frische Luft im "verbrauchten" Lebensraum hineinzubringen. Doch nach dem Frühlingsputz orientiert sich der Mensch eher nach draussen... also wird er die Früchte dieser Arbeit kaum in vollem Umfang geniessen.
 Meine Winter-Sonnenwende : frisches Wasser der Trême
Nach der Reinigung vom Dezember, findet am Tag der Winter-Sonnenwende meine Ausräucherung mit Salbei, Eibenlaub, Stechpalme und Wachholder statt. Von diesem nur noch im österreicherischen Tirol und im Ennstal lebendigen Brauch, soll die Bezeichnung Rauchnächte abgeleitet sein. Die zwölf Nächte zwischen Heiliger Abend und Dreikönigstag werden Rauhnächte genannt. In dieser Zeit verändert sich die Tageslänge kaum und entsprechend herrscht einen energetischen Stillstand, die allen Geistern besondere Bewegungsfreiheiten bietet. Unter diesen Geistern gibt es auch ausgesprochen unfreundliche Wesen. Die Ausräucherung mit auserlesenen Heilkräutern schützt Haus und Menschen von schädlichen Einflüssen. Habe ich gründlich genug gereinigt, kann ich beobachten, wie der Rauch frei in allen Schubladen, Schränke und Ecken des Hauses fliesst, ja beinahe hineingezogen wird. Nach dem Ritual wandere ich leichten Herzens an meinen "Wurzeln". in der Schlucht der Trême, wo ich meine Kindheit verbracht habe, finde ich Versteinerungen, der Kontakt zur Erdgöttin und inspirierende Stille : idealer Ort für den Jahresrückblick. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 30.11.2018 | **************** | Thema: Spiritualität Thema: Wanderungen und Inspiration | Immergrüne und heilige Bäume Im Dezember, bzw. in der Zeit vom Jahreswechsel spielen die immergrünen Bäume eine grosse Rolle in den Traditionen. Es sind allesamt auch interessante, ja magische Wesen. Die Tanne zum Beispiel verbindet das alte mit dem neuen Jahr und sichert die Kontinuität. Ihr grün bringt die im Sommer gespeicherten Wärme und Heilkräfte mit, um das Weiterleben über die Schwellen von Sonnenwende und Winter zu sichern. Stechpalmen- und Efeukränze sind uralten Bräuche und sollen das Böse vertreiben. Eibe und Wachholder gehören zu den gebräuchlichsten Kräuter für Ausräucherungen. Die Stechpalme : Der immergrüne Strauch besiedelt gerne Orte der Kraft und ist daher ein zuverlässiger Anzeiger für Plätze mit erhöhter Energie. Die Stechpalme ist in Wäldern unter 1'000 Meter anzutreffen, wird allerdings oft übersehen. Astrologisch wird die Stechplame dem Herrscher des Tierkreiszeichens Steinbock, dem Saturn zugeordnet. Die ledrig-zähen dunkelgrünen Blätter und deren dunkle Ausstrahlung sind erste saturnische Anhaltspunkte.
 Die Stechpalme ist seit Urzeiten im Volksbrauch eng mit Weihnachten und Neujahr verbunden : die immergrünen Blätter stehen für Unsterblichkeit, die roten Beeren für Glück, Hoffnung und Liebe. Weihnachten und Neujahr finden ausserdem in der Zeit des Steinbocks (22.Dezember bis 20.Januar) statt. Bei den Kelten galt die Pflanze als Druidenpflanze und Symbol für ewiges Leben. Zauberstäbe wurden aus den Ästen des immergrünen Baums geschnitzt. Grössere Stechpalmenvorkommen sind beispielsweise oberhalb der Beatenbucht oder entlang der Sense-Schlucht im schwarzenburger Dorfwald. Ein echter Stechpalmenwald mit durchaus gut fünf Meter grossen Exemplare wie auf dem Monte San Giorgio, ist eine Seltenheit.
Die Eibe : Die Eibe ist, wie die Tanne, ein Nadelgewächs. Vor 10'000 Jahren, als die Eiszeit zu Ende ging, besiedelte die Eibe weite Gebiete in Europa. Der geheimnisvoller Baum mit den weichen, blaugrünen Nadeln und den zierlichen, roten Beeren gehört entwicklungsgeschichtlich zu den ältesten Baumarten und wurde damals als Weltenbaum verehrt. Die Eibe strahlt Frieden, Ruhe und Ausgeglichenheit aus und ist häufig auf Friedhöfen zu sehen. Sie schützt allgemein vor zerstörischen Kräften. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren die krebshemmenden Heilkräfte der Eibe endlich anerkannt und ihr Wirkungsmechanismus ausführlich beschrieben. Grössere Eibenvorkommen sind nicht sehr häufig und Haine entsprechend selten. Der Belpberg und ganz besonders der Monte San Giorgio besitzen eindrucksvollen Eibenabschnitte. Die Tanne : Sie wird der archäischen Göttin zugeordnet und dem Saturn. Sie ist entwicklungsgeschichtlich effektiv ein archaïscher Baum. In der Höhe beherbergen Tannen häufig Feen oder andere Geister; diese beeinflussen das Wachstum der Bäume zum Beispiel zur Bildung von "Elefantenrüsseln" (siehe frühere Beitrag vom 15.11.18). Im Luzerner Hinterland hat sich die Tradition Heiliger Bäume noch lange gehalten. Auf der Anhöhe zwischen Luthern und Luegental gibt es einen Ort namens Helgetanne.
 "Hier, so berichtet Josef Zihlman, soll einmal eine heilige Tanne gestanden haben []. Auf der zum Helgenstöckli entgegengesetzten Seite wurde ein Rastplatz mit Feuerstelle eingerichtet. Je nachdem ob man sich von der Wegkreuzung zum Bildstöcklein Richtung Hergiswil oder zur Feuerstelle Richtung Luthernbad wendet, erfährt man eine bedrohliche oder eine heitere Stimmung. Diese Polarität ist weit verbreitet bei Wallfahrtsorten []. Das Willisauer Hinterland zählte einst sehr viele heilige Bäume. Anfang des 19.Jahrhunderts ärgerte sich der Pfarrer von Willisau über den »dummen und abergläubischen Wahn« der Leute, die zu den Honiglinden oder zur Helgentanne im Birchbühl, »eine heidnische Grotze«, wallfahrten und dort Votivgaben an die Tanne und das daneben stehende Kreuz hängten." aus  | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 15.11.2018 | **************** | Thema: Wanderungen und Inspiration Thema: Spiritualität | Die Wächter des Drachens Ich hatte Lust auf einer Wanderung in der Umgebung, aber von allen Voralpen-Gipfeln in der Nähe war alle andere als angetan. Nach reifer Überlegung stellte ich fest, dass der Schnee von Ende Oktober oberhalb von 1500 Meter so lange liegen geblieben war, dass ich instinktiv dort oben nur noch eine tote Landschaft erwartete. Die Alternative erschien mir sofort klar : Guggershörnli und Schwendelberg, die deutlich weiter unten liegen. Ausserdem habe ich andere Jahre im Herbst die ausgeprägt energiereiche Krete beider Berge schätzen gelernt. Mit grosser Freude verweilte ich bei der Wächter-Tanne vom Guggershörnli.
 Der Wächter erhebt mehrere Elefantenrüssel-ähnliche Äste, ja der eine ein wahrer Nebenstamm. Sie ist ausserdem nicht die einzige Fichte dort, die solche Wachstumsbesonderheiten zeigt. Wächter-Bäume stehen immer entlang von Wegen, dort wo man von einem Kraftort zu einen anderen wechselt. Wer sich gewohnt ist mit Bäumen zu kommunizieren, wird Wächter als spannende Ansprechspartner schätzen.
Danach lief ich zum Schwendelberg hinauf und entdeckte staunend ein weiterer Wächter-Baum, eine Fichte deren Eigenheiten ich jahrelang übersehen hatte und welche Eigenheiten! Sie besitzt nicht weniger als 21 Nebenstämme. Ich überlasse es Ihnen sie zu entdecken : ich habe ihr versprochen, sie nicht im Internet zu enthüllen. Vom Standort des West-Wächters aus hat man ein wunderbarer Ausblick aufs Guggershörnli (siehe unten). Ich dachte gerade nach über die Präsenz dieser drei Wächter-Bäume (Guggershörnli, Schwendelberg-West und -Ost) und über die intensive Energie, die man beim Gang über diese Kreten verspürt, als es mir endlich tagte : diese Kreten sind ganz genau auf einer Ost-West-Achse ausgerichtet. Solche Berge gelten in den alten Mythologien als Drachenberge. Sie sind besonders krafterfüllt und werden von vielen Naturvölkern als Gleichnis des Lebens betrachtet. Die breite Nordseite, grösstenteils bewaldet, düster, feucht, bemoost, kühl ist die Verkörperung des Yin-Prinzips. Die ebenso breite Südseite ist weitgehend von heiteren Weiden : hell, warm, trocken ist sie die Verkörperung des Yang-Prinzips.
 Über die Kreten zu wandern, bedeutet zwischen Yin und Yang zu wandeln, auf dem Weg vom Herbst zu einem neuen Frühling. Mit Pfyffe und Gibelegg gibt es im Naturpark Gantrisch weitere Drachenberge, ja wahre Kleinoden - siehe .
So begrüsste im Osten vom Schwendelberg eine alte Bekannte : die dritte Wächter-Fichte.
 Mit mehreren Nebenstämmen streckt die Wächterfichte vom Schwendelberg ihre Fühler aus, gleichsam Antennen in kosmische Dimensionen (mehr verwachsene Bäume unter )Grunddaten und Anreise Länge 3 km - Steigung 250 m - Wanderzeit 1½ Stunden Von Bern mit dem Zug nach Schwarzenburg, dann auf dem Bus bis Guggisberg-Dorf.
Guggisberg (1'115 m) - Guggershörnli (1'283 m) - Punkt 1'215 - Schwendelberg (1'296 m) - Riffenmatt (1'083 m)
Beschrieb Von der Dorfmitte wandern wir den Wegweisern nach zum Guggershörnli. Nach dem Gipfel-Erlebnis laufen wir unterhalb der Treppe dem Nagelfluhfelsen entlang. Knapp hundert Meter später, am Waldrand, sehen wir auf rechter Hand die Wächter-Fichte vom Guggershörnli. Im Sattel weiter unten gehen wir geradeaus zum Schwendelberg hinauf. Nach dem Gattertor sehen wir auf linker Hand die westliche Wächter-Fichte vom Schwendelberg. Auf die andere Seite des langgezogenen und ebenen Gipfels haben wir die östliche Wächter-Fichte und stossen etwas weiter unten auf dem dem kleinen Pfad, der uns durch den Wald hinabführt. Am Bergfuss angelangt, wandern wir rechts gegen Riffenmatt, wo wir der Bus nach Schwarzenburg nehmen können. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 28.10.2018 | **************** | Thema: la vie d'artiste | Zehn Monate reicher Inspiration / Projekt Zeichen : Nach den zwei grossen Ausstellungen 2017 in Freiburg durchlief ich eine etwas "leere" Zeit mit Werken in denen ich zwischen Kontinuität und Erneuerung suchte. Mitte Dezember 2017 begann für mich eine Zeit reichhaltiger Inspiration : bis dato 30 originelle und begeisternde Bilder. In den ersten Monate dieser kreativer Phase habe ich das Abstrakte mit Farbspielen voller Vitalität weiter erkundet, wie hier unten :
 "Der goldene Weg" Januar 2018 - Acryl auf Torchon - 60 x 50 cm gerahmt.
Ich habe auch verschiedene spirituelle Themen wie keltische Mythologie, Schwangerschaft, Baummysterien und geheimnissvolle Landschaften vertieft behandelt :
 "Eis & Feuer" Januar 2018 - Acryl auf Torchon - 70 x 50 cm gerahmt.
 "Révélations" (Offenbarungen) Juni 2018 - Acryl auf Torchon - 80 x 60 cm gerahmt
Ab Ende Juni habe ich mit Formen, deren Konturen lange ausgereift wurden, gespielt - fast eine Art Rückkehr zu der "Schlicht und klar" Epoche (1986-92). Aber jetzt habe ich mich besonders ausgeklügelten Techniken bedient und ganz neue Farbtypen eingesetzt, unter anderen Spray mit Crackle-Effect.
 "Accroche-coeurs" Juni 2018 - Acryl und Sprays auf Torchon - 40 x 30 cm gerahmt
Nach ersten Versuchen habe ich das Projekt Zeichen ins Leben gerufen. Die Werke vom Projekt heben sich von bisherigen durch den Gebrauch von Sprays, eine grosse Vielfalt verschiedener Acryl-Techniken und eine ganz eigene Art Themen darzustellen. Diese Kreationen bilden eine ziemlich radikale Erneuerung meiner Kunst. Die 5 ersten Bilder nennen sich alle "...Zeichen..." z.B. "Luft-Zeichen", "Loder-Zeichen", "Verschlungene Zeichen", usw..
 "Fantasmes" August 2018 - Acryl und Sprays auf Torchon - 50 x 40 cm gerahmt
 "Loder-Zeichen" August 2018 - Acryl und Crackle-Sprays auf Torchon - 50 x 40 cm gerahmt
 "Luft-Zeichen" September 2018 - Acryl und Crackle-Sprays auf Torchon - 40 x 50 cm gerahmt
"Verschlungene Zeichen" September 2018 - Acryl und Crackle-Sprays auf Torchon - 40 x 50 cm gerahmt | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 21.09.2018 | **************** | Thema: Wanderungen und Inspiration | nur noch wenige Tage Das Rellerli oberhalb Schönried hat seit Jahren bei Wanderer Kultstatus. Die Seilbahn wird nur noch bis 14. Oktober laufen. Ende Jahr wird sie definitiv ausser Betrieb genommen.
. Planihubel, Hundsrügg, Birehubel und Wannehörli : ein prächtiges, gewelltes Panorama öffnet sich vor dem Wanderer, während auf linker Seite die freiburger Kalkspitzen sich erheben und rechts öffnet sich die Sicht über Pays d'En-Haut und Simmental auf die Alpen.
 Dent de Ruth, Zuckerspitz und Wandfluh bilden ein wunderbarer Kontrast zum weichen Gelände zwischen Rellerli und Hundsrügg.
 Es verbleiben nur noch wenige Tage um eine unvergessliche Wanderung auf dem Rellerli Richtung Hundsrügg zu unternehmen - zurück mit Umrunden vom Birehubel. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 17.09.2018 | **************** | Thema: Jahreszeiten und Rituale | Die 424. ! Ja die Rückkehr der Schafe im südfreiburgerischen Jaun ist eine über vierhundertjährige Tradition. Die Schafscheid findet jeweils am Montag nach dem eidgenössischen Bettag statt. Es ist ein eigenes Gefühl an diesem Tag aufzustehen und eine fieberhafte Spannung in sich aufkommen zu spüren, und zu denken, dass da in den vorderen Jahre und Jahrhunderte so viele Personen dieses Fieber verspürt haben - jene Personen für die wirklich Wesentliches mit dem Fest verbunden ist. Die Schafscheid ist nämlich der Höhepunkt einer ganzen Arbeitssaison, ein entscheidender Zeitpunkt im Jahr der Hirten und Züchter.
 Mehrere Hundert Tiere werden ins Dorf geführt.
 Die Hirten investieren viel Herzblut um die Herden ins beste Licht vorzuführen : dekorierte Wagen, Herdeschutzhunde und Esel gehören auch dazu.
 Die Aue und das Lamm weisen den gleichen Gesichtsausdruck auf.
 Die Tieren sind wunderbar geschmückt. Zwei, die sich gut verstehen.
 Die Beziehung der Hirten mit den Tieren reicht meistens weit über die blossen ökonomischen Betrachtungen - es ist vielfach eine Freundschaft und geprägt von Respekt dem Lebewesen gegenüber.
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 Auch der Ort wo die Opfergabe erfolgt, will sorgfältig ausgesucht sein : Asthöhle, Platz zwischen Wurzeln, Strunk, Steinplatte, Quellbach, Wind, usw. Und auf welche Art geopfert wird, ist auch nicht gleichgültig.
Tai Chi-ähnliche Schritte im Einklang mit Ort und Moment sind auch durchaus geeignet. Im Laufe des Jahres sammle ich auch Heilpflanzen. Was ich nicht innerhalb eines Jahres zu Heilzwecken gebrauche, setze ich nun als Tee zum Genuss ein oder als Opfergaben : Burerosen-Blütenblätter, Holunderblüten oder Tannenspitzen werden von den Naturgeistern auch sehr geschätzt. Räucherstäbchen sind auch vielfach angebracht und diese Aufzählung ist keineswegs abgeschlossen. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 31.08.2018 | **************** | Thema: la vie d'artiste | Den Wurzeln auf der Spur Ich habe ein ausserordentliches Glück Jacques Césa zu begegnen : er unterrichtete nämlich an der Sekundarschule von Bulle lediglich zwischen 1970 und 1972. Am allermeisten profitierte ich aber während den Schulferien durch die zwei mal zwei Ausdruckswochen von seinem Können. Unter jenen Techniquen konnte ich Linolschnitt ausprobieren, mit Farben experimentieren und der ganze Vorgang von Radierungen kennenlernen. Dank letztere Erfahrungen kam ich fünf Jahre später auf die Idee die Rapidografen vom technischen Zeichnen für künstlerischen Zwecken zu "entfremden". Die erfundene Technik lag mir derart richtig, dass ich ganze fünfzehn Jahre lang den verschiedensten Fazetten der Tusche widmete. Wir hatten eigentlich viel gemeinsam : * Astrologisch war er Zwilling - ich habe Zwilling Aszendent. * Uns verband auch eine doppelte kulturelle Identität : er Italiener und Greyerzer, ich Deutschschweizer und Greyerzer. In jungen Jahren haben wir beide viel mit Identitätsuche gerungen, haben wir unsere Referenzen und innere Wahrheit finden müssen. * Wir haben unabhängig voneinander eine ausgeprägte Sympathie für die Sennen und die Bergbauern gepflegt. * Dem Neuen offen und den Traditionen verbunden, er malte schon Ende der Sechsziger Jahren mit Acrylfarben und zwar in einem kompromisslos modernen Stil - andererseits hat er zeitlebens die Schönheit alter Handwerke und des Hirtelebens zelebriert. Jacques hat immer der Mensch im Zentrum seiner Werke gestellt. Meinerseits setze ich Naturelemente in Szene. So hat jeder eine eigene künstlerische Eigenart entwickelt. Er bleibt für mich der Meister, eine Inspirationsquelle.

* Ich habe ihn nur selten gesehen in diesen fast fünfzig Jahren, umso erstaunter entdecke ich heute, wie wir beide eine Vorliebe für starke Farben teilen. Mit seinen Anregungen hat Jacques Césa meiner Kunst Wurzeln gegeben - Danke.
"passe-moi les jumelles" Jacques Césa - couleur d'alpage | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 22.08.2018 | **************** | Thema: la vie d'artiste | Abschied von Jacques Césa Entdecken Sie der greyerzer Künstler Jacques Césa. Ich hatte das Glück ihn als Professor und Mentor in der Sekundarschule zu haben. Er hat mich mit verschiedenen darstellenden Künsten vertraut gemacht und in meinen ersten kreativen Versuche gestärkt.
"La Liberté" l'artiste-peintre Jacques Césa est décédé Jacques Césa au retour du Maroc | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 28.07.2018 | **************** | Thema: Spiritualität | Impulsvermittler  ganz schön rot war der verfinsterte Mond |  |  | ausserordentlich war auch der nahe beim Mond leuchtende Mars (unten rechts zu sehen) | als der Erdschatten vom Mond wegwich, erhielt letztere auch wieder seine angestammte Farbe |  |  | mit der ersten Lichtsichel fiel erst richtig auf, wie stark die Verdunkelung durch die Finsternis war | in der feuchten Luft erwirkte die zunehmende Helligkeit die Bildung eines Hofs |  im Gantrisch-Park gibt es jene Sternwarten, weil es hier nur wenig Lichtverschmutzung gibt - im Winter ist der Himmel-Anblick wirklich atemberaubend!
Finsternisse sind nicht nur grossartige Natur-Spektakel, sondern auch bedeutende Impuls-Vermittler : wenn man das Horoskop-Bild der Finsternis über das eigene Bild setzt, sieht man oft Beziehungen zwischen dem verfinsterte Mond und einzelnen, persönlichen Planetenstellungen. Dort erkennt man Themen, die etwa drei Monate vor und drei Monate nach der Finsternis das persönliche Erleben prägen. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 30.06.2018 | **************** | Thema: la vie d'artiste | Reiche Aussichten Anfangs 2018 vernahm ich, dass der exquisite Ausstellungsort Espace 25, wo ich letztes Jahr meine grosse Ausstellung hatte, in absehbarer Zeit der Betrieb einstellen wird. Im Anschluss stellte ich fest, dass der Saal bereits bis Ende 2020 fast vollkommen ausgebucht ist. Mit Hochdruck bereitete ich ein neues, originales Projekt - diesmal mit zwei meiner Lieblingskünstlern : die Fotografin Tanja Matic und der Holzbildhauer Ernest Ruffieux. Ich konnte beide dafür gewinnen und das Projekt "Enter the Light" erhielt auf Anhieb der Zuschlag für... März 2020. Spitze dachte ich mir, aber ich möchte auch früher, was zeigen.
Mein Freund Michel Baechler spannte für mich "Fäden" in Le Bûcher : ein Kulturraum mit extrem viel Cachet in der freiburger Altstadt. Auch dort erhielt ich auf Anhieb Zuschlag für... Oktober 2019. Spitze dachte ich mir, aber ich möchte auch früher, was zeigen.
Spezifisch für Stef's Kulturbistro in Ostermundigen entwickelte ich das Projekt "bewegt" - und erhielt der Zuschlag für Mai 2019. Jetzt ist es für mich wirklich bestens - das Timing der verschiedenen Ausstellungen ist wirklich optimal und dazu bin ich zur Zeit in einer sehr fruchtbare, kreative Phase.
 "Accroches-Coeurs" - schwungvoll und heiter, ein erster Eindruck von "bewegt" 29.06.2018 - Acryl auf Torchon - 50x40 cm gerahmt
Oft ist es sehr schwierig gute Ausstellungsorte zu finden, jetzt wurden all meine Anstrengungen belohnt - ich kann guter Dinge in die Ferien. Ich freue mich riesig drei ganz unterschiedliche Projekte vorzubereiten : * "bewegt" abstrakte schwungvolle Werke in Stefs Kulturbistro Ostermundigen für Konzerte, für Events, für's Gemüt ist das Kulturbistro immer ein Besuch wert!
** figurative Werke in Le Bûcher : das ehemalige Holzlager der Stadt Freiburg ist zu einer wahren Perle ausgebaut worden und ist ein perfekter Ausgangspunkt für eine spannende Entdeckungstour in einer der belebtesten Altstadt der Schweiz.
*** "Enter the Light" drei ganz unterschiedliche künstlerische Wege, alle drei dem Ausdruck des Lichtes gewidmet im Espace 25 Freiburg : ein Ausstellungsort - immer wieder erfrischend anders - in Bahnhofnähe. Ein gemeinsames Projekt mit Tanja Matic : tanjamaticphotography.ch und Ernest Ruffieux : freiburger-nachrichten - expo Schwarzsee | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 23.04.2018 | **************** | Thema: Wanderungen und Inspiration | Frühlingsentdeckungen Seit einigen Jahren nutze ich der Frühling, um Findlinge und Erdburgen zu entdecken. Bevor das neue Laub die Wälder einkleidet, bietet sich noch freie Sicht auf besondere Schätze, wie hier im aargauischen Wohlen der Erdmannlistein - eine beeindruckende Findling-Gruppe aus Granit. Der obere 60 Tonnen schwere Stein "sitzt" so erstaunlich gut auf die Basissteine, dass manche vermuten, die Findlingen seien von Menschenhand so aufgestellt worden.
 Unbestritten ist die Ausstrahlung der Findlinggruppe beachtlich - ob es sich um eine Kultstätte oder gar mit Bezug auf weitere Steine in der Umgebung, um das Zentrum eines Kalendersystems handelt, lässt sich nicht sagen. Zu den weiteren Geschenken des ehemaligen Reussgletschers gehören in unmittelbarer Nähe auch die Weiher Torbemoos und Cholmoos.
 Viele Vogelarten geniessen die Inselchen und Uferzonen vom Cholmoos.
 impressionistisches Spiegelbild, die Seerosen vom Cholmoos | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 30.03.2018 | **************** | Thema: im Garten | Was für's Rentenalter Vorgestern habe ich mit meinem Hausnachbar zwei Hochstamm-Bäumchen gepflanzt. Arbeit und Ertrag sind gut verteilt : die Kosten für Pflanzen, Mäuse- und Rehschutz trägt der Vermieter, dafür kriegt er die Subventionen. Unsererseits haben wir die Hochstämmer organisiert, gepflanzt und pflegen diese, dafür erhalten wir mal im betagten Alter die Früchte.
Im Ernst ist uns primär der Erhalt einer funktionierenden Kulturlandschaft wichtig. Da wir nicht gerade an der Stelle der alten abgestorbenen Bäume pflanzen wollten, stehen die neuen nun etwas näher am Boskoop, was der Vernetzung förderlich ist.
 ein Zwetschgen-, ein Reine-Claude-Bäumchen und der alte Boskoop-Apfelbaum
Und heute sind trotz penetrantem Schneeregen die Hausrotschwänze zurück gekommen : auf unsere rund 900 Meter wird der Frühling wohl bald Einzug halten. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 09.03.2018 | **************** | Thema: la vie d'artiste | neue Farb-Familien Sechs verschiedene Weiss, sieben schwarz : beim Mischen, beim Verdünnen zeigen die Farben erst alle ihre Eigenschaften. Vielfach bietet eine Firma zwar vier verschiedene Nuanzen einer Farbe an, aber alle aus der gleichen Familie : zum Beispiel Phtaloblau rötlich, Phtaloblau grünlich, Phtaloblau Türkis, usw. Der Vorteil alle passen gut zusammen, der Nachteil irgendwann wird es eintönig und langweilig. Darum bin ich immer sehr interessiert an andere Farb-Familien. Neben dem Standard-Sortiment in Tuben, die ich von 6 verschiedenen Herstellern beziehe, habe ich lauf der Zeit zahlreiche Farben in pulverform (Pigmente) angeschafft und auch sehr viele Naturerden, die häufig unvergleichbare Nuanzen hervorbringen. Eine riesige Freude hat mir vor kurzem eine gute Freundin gemacht : sie bot mir ein Airbrush-Sortiment zu ganz günstigen Konditionen an. Neben ganz neue Tönen besitzen diese Farben etwas andere Fliess- und Mischeigenschaften als die herkömmlichen Acrylfarben. |  |  | | ein Teil meiner Farbtuben | Pigmente und Airbrush-Farben | eine herrliche Vielfalt - Danke Ursi! | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 26.02.2018 | **************** | Thema: Spiritualität | eine Welt voller seelenloser Wesen Es fing damit an, dass es mich im Pausenraum störte, dass alle nur noch in den verschiedenen Gratiszeitungen herumblätterten. Gespräche gab es fortan wesentlich weniger. Aber in letzter Zeit wurde es noch viel schlimmer : morgens war die überwiegende Mehrheit am Zeitung lesen, nachmittags viel schlimmer über 90% war einfach mit dem "Wischen" am Smartphone beschäftigt. Für mich ist der Pausenraum jetzt menschenleer.
Im Tai Chi habe ich ja gelernt, dass es sehr wichtig ist, im Hier und Jetzt zu sein. Die Seele ist dort, wo die Aufmerksamkeit ist. Folglich ist der Leser einer Printausgabe im Raum wohl nicht voll präsent, aber da seine Aufmerksamkeit auf einen physischen Objekt ausgerichtet ist, bleibt seine Seele în diesem Raum. Wer nun auf dem Handy dieselbe Nachricht liest, der fokussiert auf einem virtuellen Objekt, auf einem "entmaterialisierten Text". Damit ist die Seele vom Smartphone-Leser bei einem Server, vielleicht sogar in der Cloud. Die Seele von diesem Menschen befindet sich definitiv nicht mehr in diesem Raum - nur der physische Körper des Menschen befindet sich in diesem Raum. Genau darum empfinde ich der Pausenraum am Nachmittag seltsam leer. Darum empfinde ich der ÖV-Raum als entseelt : die Hälfte der Wesen, die sich dort bewegen, sind momentan SEELENLOS - eine erschreckende Tatsache. Mein Fazit: ab jetzt mache ich draussen Pause bei den Rauchern - das sind vollwertige Menschen, die sogar miteinander reden! | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 02.01.2018 | **************** | Thema: im Garten | Mal schneit's, mal regnet's Sobald Gras zum Vorschein kommt werden die Futterstellen nur noch wenig in Anspruch genommen : die Vogelwelt weiss sich selber zu regulieren.
 Zwei bis dreimal die Woche kommt auch der wunderschöne Eichelhäher zu Besuch. Er lässt sich Zeit um sich das Angebot anzuschauen, daher ein gutes Fotomodell - bei der quirligen Sumpfmeise hingegen ist mir noch kein befriedigendes Foto gelungen.
Habt ihr der Eichelhäher in meinem Bild "Mille Découvertes" auch schon entdeckt?

...und das noch : am 28. April 2017 hatte es ja massiv geschneit (siehe Beitrag im Garten-Blog). Drei Tage lang war alles weiss bedeckt und natürlich keine Insekten mehr zu sehen - ich vermutete, dass alle Jungvögel auf der Strecke bleiben würden. Als ich anfangs Juni auf der Bühne ging, um für die Ausstellung im Espace 25 Aufhängematerial zu holen, fiel mir ein Vögelchen auf. Es stand auf einem Balken und blieb trotz meinem Hin und her die ganze Zeit dort. Im Autounterstand befand sich ein weiterer Vogel auf einem Balken und blieb ebenso still stehen. Da begriff ich erst, dass dies zwei gerade flügge gewordene Hausrotschwänze waren. Aus einem abgesagten, hohlen Nussbaumast habe ich nämlich ein Nest gemacht und im witterungsgeschützen Autounterstand plaziert. Hut ab! vor diesen Vogeleltern, die den Nachwuchs über die widrige Zeit retten konnten. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | >>>>> | | | 2018 | | frühere Beiträge | Juli-Dezember 2017 | Januar-Juni 2017 | | | >>>>> | Juli-Dezember 2016 | Januar-Juni 2016 | Beiträge_2015 | Nur der Vorname wird publiziert, die e-mail nicht. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. |
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