| *************************************************** | | Beiträge-Volltexte : vom letzten bis zum Startschuss | | *************************************************** | | 26.06.2016 | **************** | Thema: Jahreszeiten und Rituale Thema: Orte der Kraft | Höhepunkt der Sonnenbahn Ich halte es ein bisschen wie die alten Kelten : ich gebe mir gerne drei Tage Auszeit, um ein Jahreskreisfest zu feiern. Damit erhalte ich von diesem Orientierungspunkt im Jahreszyklus auf unterschiedlichste Art und Weise wertvolle Impulse. Der längste Tag, die Sommersonnenwende - ist der Höhepunkt der Sonnenbahn, also sicherlich ein besonders bedeutendes Zeit im Jahresverlauf. Zu diesem Höchststand der Sonne passt es auch auf einem Berg zu steigen. Dieses Jahr wählte ich die Gastlosen - in meinem heimatlichen Greyerz gelegen.
 zierliche Kalkberge - rechts die Gastlosen, links der Mitte die Sattelspitzen
Was das Auge wahrnimmt, beeinflusst auch unmittelbar das Denken : so fördert eine offene Aussicht buchstäblich der Überblick und die Weitsicht. An diesem Eckpunkt des solaren Jahres ist es sicher sinnvoll mal eine Weile anzuhalten, sich auch innerlich umzuschauen und eine Zwischenbilanz zu ziehen, was man in diesem ersten Halbjahr getan hat.
 ein der vielen Orte der Kraft unterwegs - Wächter-Fels kurz vor dem Gastlosen-Gipfel
 sinnvolle Auszeit, um sich umzuschauen - über die Gastlosen-Sattelspitzen-Kette
Dieser prächtige Donnerstag habe ich nun mit einem feinfühligen Menschen geteilt mit dem ich ein Kurzfilm-Projekt für nächstes Jahr vorbereite. Am Vortag war ich wie gewohnt bei der Quelle von La Trême - einen Tag ganz für mich allein - vollkommen im Einklang mit der Natur versunken. Der Quellbesuch war einmal mehr besonders schön. Die gute Seite der langen Regenperiode äusserste sich dadurch, dass die Quelle kräftig sprudelte.
 mit jugendlichem Elan schiesst das Wasser heraus und geht die oberirdische Welt erkunden
 anregende Stille im Wald unter der Hauptquelle
Rituale müssen bei Weitem nicht immer diesselbe Form einnehmen : dieses Jahr verzichtete ich auf die Wanderung über Teysachaux und Moléson. Statt dessen nahm ich mir uneingeschränkt Zeit, um durch den Quellwald zu wandeln, mich von der fotographischen Lust getrieben hin und dort zu begeben, und auch vom regional-wirkenden Naturgeist Pan leiten zu lassen. Wann haben Sie sich das letzte Mal einen Tag ganz für sich gegönnt, hatten Sie genug Stille, Freiraum um Sie (und in Sie), um der inneren Stimme zu lauschen, um die Inspiration der Naturwunder auf Sie wirken zu lassen? Das ist meiner Meinung nach von unschätzbarem Wert - das ist eine Ritualform, die jeder ganz ohne besondere Kenntnisse durchführen kann.
Und zum Dritten feierte ich samstags mit meiner Lebenspartnerin : gute Gespräche, gutes Essen, gute Zeit. Jedes Jahreskreisfest ist eine Gelegenheit mal aus dem Alltag zu treten, sich zu sammeln, sich mit den aktuellen Themen des Jahreskreises auseinandersetzen und zu erholen. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 12.06.2016 | **************** | Thema: im Garten | Zum Glück habe ich keine Rüebli im Garten Ja da bin ich froh, sonst müsste ich jetzt mitansehen, wie sie Angstwürzeli bekommen. Den weissen Würzelchen, die Karotten im durchtränkten Boden oder im nassen Beutel unten im Kühlschrank austreiben, nennt man Angstwurzeln. Nebst allem Mitgefühl für Karotten, stelle ich mir auch die Frage : wie wird der Sommer? Häufig entscheidet sich das Sommerwetter mit dem sogenannten Siebenschläfer zwischen Ende Juni und Anfangs Juli. Die Regel wonach die Wetterverhältnisse in diesem Zeitraum, sieben Wochen lang im selben Stil weiter herrschen, bewahrheitet sich laut Recherchen von Meteorologen in acht von zehn Sommer. Was die frühen Bauern nicht wussten, aber erfahrungsgemäss bemerkten : Anfangs Juli etabliert sich ein Gleichgewicht zwischen den von Süden herströmenden warmen tropischen Luftmassen des Azorenhochs, während kalte polare Luft im Norden entgegen hält. Der Verlauf der dann entstehenden Grenzlinie bestimmt der Sommer. Der Sommeranfang könnte aber anders herum beeinflusst werden. Gemäss MeteoSchweiz stimmen manche Bauernregeln mindestens trendmässig - so auf dem Blog der welschen Version zum 8. Juni 2016, die St. Médard. Es gibt im Welschen besonders viele Bauernregeln zum 8. Juni, die eine besagt : wenn es am 8. Juni regnet, dann regnet es noch weitere 40 Tage lang. Meteosuisse meint dazu, dass eine Regenperiode Anfangs Juni, häufig von weiteren Störungen gefolgt wird. Das Ganze kann sich schnell bis weit im Juli erstrecken - bis 17.7. sind es 40 Tage.
 Was tun bei dem vielen Wasser? Vielleicht Kneippen und sich gedulden bis man die Bergsonne geniessen kann. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | 31.05.2016 03.06.2016 | **************** | Thema: Wanderungen und Inspiration | Magische Tore und Inspiration-Park Seit November habe ich ganze sieben Monate intensiv nach neuen Ausstellungsmöglichkeiten gesucht, besucht, evaluiert, Projekte entworfen, mich beworben : nun sind die nächsten anderthalb Jahr vorgespurt und ich freue riesig mich auf die kommenden Herausforderungen. Wie immer habe ich parallel dazu die Jahreskreise gefeiert, meine Beziehungen mit der Landschaft gepflegt und erweitert, verschiedentlich geforscht und an mich gearbeitet und Bakterien in der Firma gejagt. Auch die Inspiration stand auf meiner Seite : es entstanden acht neue Werke, zwei Bilder sind momentan noch in Bearbeitung. Hier finde ich endlich Freiraum, um Ihnen die Wechselwirkungen zwischen meine beliebten Landschaften und meine Bilder vorzustellen.
 Baum-Kuss : dieses wunderschöne Paar habe gerade wieder mal besucht und von ihnen die Erlaubnis bekommen darüber zu berichten : es befindet am Rand vom Römerweg zwischen Schwarzenburg und Sense. Hier übrigens organisiert der Naturpark Gantrisch am 10. September 2016 eine Führung zu geheimnisvollen Tuffsinterquellen : => veranstaltungen-natur
 "Umarmung im Frühjahrslicht" 80 x 60 cm - Acryl auf Torchon mit Millefleurs-Bütte - 2013 Baumpaare habe ich schon in jene verschiedene Gegenden beobachtet.Wo starke Orte der Kraft vorhanden sind, wachsen auch vielfach spezielle Bäume. Oft werden sie einfach übersehen : ich setze sie in Szene und öffne Ihnen damit einen Weg zur Natur-Spiritualität. |  |  | "Der Weg ins Licht" 35 x 50 cm - Acryl auf Esparto-Bütte - 2013 inspiriert von einem magischen Buchentor am Monte Generoso (Tessin) | "Tor ins Elfenland" 40 x 50 cm - Acryl auf Torchon - 2013 inspiriert von einem Tor im Maderanertal siehe Magische Zentralschweiz | Magische Tore : sie sind grössere von Felsen oder von Bäumen geformte Öffnungen und werden für "Übergangsrituale" genutzt. Auf die eine Seite wird das Alte, z.B. schlechte Gewohnheiten oder Krankheit zurückgelassen, entsprechend vorbereitet tritt man auf die andere Tor-Seite eine neue unverbrauchte Zukunft an. Die Magie wirkt oder eben nicht je nachdem, wie bewusst und gut vorbereitet man den Durchgang vollzogen hat.
Auch im Naturpark Gantrisch sind mehrere "magische Tore" vorhanden : hier unten die sogenannten "Zwillingsbuchen" von Obergurzelen. Das knapp zehn Meter hohe Buchentor steht unmittelbar am Weg zwischen Obergurzelen und Geistsee, bzw. Dittligsee - ja der Naturpark Gantrisch ist mehr als nur ein Besuch wert! |  | 
| alleweil ein schöner und imposanter Anblick
| „Silber- & Goldpaare“ 50 x 70 cm - Acryl auf Torchon - 2013 Lärchen- und Felsenpaar am Bergsee |
 Die Stimmgabel am Wipf ist in erster Linie bei Nadelbäumen anzutreffen : selbstverständlich gibt es naturgegebene Gründe für diese Wuchsform aber auffälligerweise trifft man die Stimmgabeln vermehrt an Orte der Kraft mit elementarer Luftbetonung. siehe auch 

 doppelte Stimmgabel oberhalb vom Merlisee (Glaubenbühl)
weitere aussergewöhnliche Bäume im Naturpark Gantrisch finden Sie unter Baumpatenschaften Eine Erweiterung dieser Webseite mit Naturpark- und Unesco-Perlen ist in Vorbereitung : siehe  | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 03.04.2016 | **************** | Thema: Wanderungen und Inspiration Thema: Orte der Kraft | steinreich Zwischen März und April besuche ich gerne Findlinge, Erdwerke und Burgruinen. Solange die Wälder blätterlos dastehen, hat man freie Sicht auf spannende Schätze. So streifte ich vor Kurzem zwischen Burgdorf und Herzogenbuchsee über den Steineberg, wo der Rhonegletscher mehr als 20 grosse erratische Blöcke deponiert hat. Meine Wanderung begann in Steinhof mit einer guten Überraschung : die Grossi Flue. Es ist der grösste Findling im Mittelland, der drittgrösste in der Schweiz. Der 1'200 Kubikmeter grosse und 3500 Tonnen schwere Gneissblock ist 180 km weit vom Val de Bagnes her mit dem Rhônegletscher ins Solothurnerland geritten. Dem mächtigen Bergstück wurde von Menschenhand ein Menhir beigestellt, in modernen Zeiten verschiedene Bänke, Tisch und Feuerstelle.
 Die ausgeprägte Ruhe, die er ausstrahlt ist eine wahre Wohltat. Was mich auch sehr freute ist, dass die Erklärungstafel bei der Grossi Flue dem Stein ein "Gesicht" bezeugt : sie werden dieses bei einem Besuch wohl auch entdecken. Der Menhir befindet sich hier hinten dem Findling.
Weiter im Feld befindet sich die Chilchliflue - ein erratischer Block, der für Fruchtbarkeitsriten genutzt wurde. Sehr vielen Findlingen schrieb man die Fähigkeit zu, den Frauen den Kinderwunsch erleichtern zu können. Dazu musste sie mit entblösstem Hintern über den Stein rutschen - manche Sagen berichten sogar von unsichtbaren Händen, die ihnen Kindern entgegen reichten. Man sieht über den ehrwürdigen Stein tatsächlich eine glatte, glänzende Spur von diesem Brauch. Die Chilchliflue gab sich übrigens einverstanden damit, dass ich über sie schreibe aber ohne Fotos zu veröffentlichen. Diese eindrückliche Zeugnisse bleiben also privat. Von den gut 20 Errsteinen, die ich weiter südlich auf dem Steineberg besucht habe, möchte ich Ihnen der eine vorstellen. Als ich von oben herkommend ihn erblickte, begrüsste ich ihn. Freundlich hiess er mich willkommen und bat mich keine Foto von oben zu machen : ich werde ihn unten angekommen gut verstehen.
 Wie ein räuberischer Zackenbarsch schaut dieser Findling aus seinem Versteck im Wald heraus | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 30.03.2016 | **************** | Thema: Spiritualität | respektvoll im Einklang mit der Natur Zwischen Burgdorf und Herzogenbuchsee hat der Rhonegletscher jene grosse erratische Blöcke deponiert. Auf dem Steineberg gibt es einen Themenweg mit Erklärungstafeln, eine bei einem Schalenstein. Dort wird erwähnt, dass in diesem Wald noch weitere zwei Schalensteine vorhanden sind. Dank den Einträgen auf der Landeskarte kann jedermann den Findlingen einfach nachgehen, was ich auch tat. Wenige Meter südlich vom angegebenen Schalenstein befindet sich ein weiterer Findling, doch trotz aller Nähe zum Wanderweg konnte ich ihn zuerst nicht auffindig machen. Ich dachte mir "Wenn der sich nicht zeigen will, ist dies auch in Ordnung" als ich hinter dichteren Gestrüpp ein steiler Haufen Brombeerstauden sah. Ja darunter war der erratische Block verborgen. Seine westliche und seine südliche Seiten sind weniger steil und trugen aber eindeutige Frevelspuren : jemand hatte dort sämtliche Pflanzen weggerupft, um nach eventuellen Schalen Ausschau zu halten. Der Befund stimmte mich traurig und schnell setzte ich meine Erkundungstour weiter. Ein paar Meter südlicher stiess ich erwartungsgemäss auf den nächsten Findling : eine schöne bemooste Pyramide auf die eine Seite, und auf die nur leicht geneigte Gegenseite ein grauenvolles Bild der Verwüstung. Schönste, dickste Moosteppiche waren auch dort weggerissen worden, die nackte Felsstellen leuchteten rotbraun auf, wie blutend. Nun war ich richtig aufgewühlt und verärgert über den hirnlosen, herzlosen, respektlosen Idiot, der hier gewütet hat. Wer sich derart gewaltvoll den Zugang zu unseren Schätzen erzwingt, hat wohl rein gar nichts von Spiritualität, Ritual und Leben begriffen. Ich hielt die Verwüstung zwar fotographisch fest, fragte zugleich, ob ich dies als abschreckendes Beispiel zeigen dürfe. Der Findling antwortete mir aber, dass er sich lieber nicht derart unvorteilhaft zeigen möchte. Übrigens frage ich jeden einzelne Ort, Stein oder Baum, ob ich ihn fotografieren darf und das Bild ins Netz zeigen darf. - und ich halte mich immer an die Wünsche der Beteiligten. Manchmal heisst es die eine Foto sei in Ordnung, die andere aber definitiv nicht. So ist es oft vorgekommen, dass ich die "schönsten" Bilder für mich behalten muss.
 Den vergewaltigten Findlingen schenke ich dieses Herz in der Hoffnung sie mögten bald wieder genesen und danke allen Wanderer, welche die Natur respektieren - und zum Glück sind es die allermeisten. Moosteppiche sind Schlösser und Wohnstätte des kleinen Volks und beherbergen auch eine Menge Kleinlebewesen. Filigrane und kunstvolle Mooswerke zieren viele Kraftorte und weisen den sensiblen Mensch auf Schätze hin, die gar nicht mit den Augen erfasst werden können, sondern nur mit einem offenen Herzen. ***** Hier einige meiner Grundsätze im Umgang mit der Natur : Als erstes melde ich mich beim Kraftorteingang an und sage, was ich heute dort im Sinne habe. Ich begrüsse mit einem Salbei-Opfer den Ort, die vier Himmelsrichtungen, den Himmel und die Erde, somit bin ich nun zentriert. ***** Wenn ich Heipflanzen ernte, dann soll der nächste Wanderer nichts davon merken und dabei soll es für alle genug haben. Steht ein Insekt auf einer Blüte, dann lass ich ihn gewähren und pflücke nebenan weiter ohne ihn zu stören. ***** und zum Schluss eine kleine Geschichte aus  Wer sucht, findet nicht. Wer ohne Begierde vertrauen kann, bekommt alles was er braucht. Diese Weisheit, die ich schon lange kannte wurde mir 2002 auf einer Erkundungstour im Simmental auf wunderbare Art vor Augen geführt :  | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 27.03.2016 | **************** | Thema: la vie d'artiste | Ein Profi, um die Inspiration zu beflügeln Ende 2014 musste ich mein 12-jähriger Fotoapparat ersetzen. Meine sorgfältige Wahl fiel einmal mehr auf einer Compact-Camera, da ich diese vorwiegend unterwegs brauche. Vom extremen Zoom zwar begeistert stellte ich aber fest, dass in Bezug auf Bilder-Fotografie die detailtreue mit 16 Mio Pixel bei Weitem nicht an die bisherigen 4 Mio Pixel heranreichte. Nun kaufte ich die einzige Compact-Camera, die wirklich Bilder in DSLR-Qualität macht. Diese Profi-Maschine erfasst jede einzelne Papierfaser und die kleinsten Farbnuanzen meiner Bilder. Sie verfügt über sämtliche Finessen, die eine grosse, schwere Camera besitzt und verführt damit die Kreativität voll auszuleben. Ich entdeckte den Spass am fotografieren neu.

Die Suche nach dem besten Blickwinkel, die passende Inszenierung eines Sujets ist beim Fotografieren, wie beim Malen wichtig. Hier unten die Burgruine Gotalla an der Saane (trotz Gegenlicht gut erkennbar!).

Ich hole meine Inspiration vorwiegend aus der Natur. Auf der Spur der Inspiration verfolge ich verschiedene Wege : Foto-Safari (jetzt oft mit beiden Cameras), meditatives Wandeln durch Orte der Kraft, schamanische Rituale, manchmal alle drei Arten zusammen.

Bei spannenden Entdeckungen wie dieses Wurzelwerk macht es Spass jene kreative Möglichkeiten zu Verfügung zu haben, wie die Kontrast- und Dynamik-verschärfende HDR-Fotografie. In Fall vom Wurzelwerk erwies sich die HDR-Version nicht unbedingt als interessanter, anders im Bild unten, wo das Frühlingslicht in den Ästen und auf dem Wasser wesentlich besser zur Geltung kommt als im konventionellen Bild.

Manchmal sind schwarz-weiss Bilder attraktiver als farbige, wie hier unten die Südseite vom Monte San Giorgio, wo Bitumen aus Fischsaurier während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer heilkräftigen Salben gewonnen wurden. Die schwarz-weiss-Wahl, das grobe Korn der Auflösung und die herbstliche Stimmung passen perfekt zu diesem Geschichtsabschnitt. Die kreative Möglichkeiten der Camera erlauben es hier in einem Klick eine ganze Geschichte zu erzählen.

Selten fliessen Fotografien direkt in meiner Malerei ein, doch die hier gewonnenen Eindrücke befruchten sie genauso wie die Emotionen und Erlebnisse draussen. Dank dem ausklappbaren Display kann ich regelrecht in die Intimität der Natur schlüpfen.

Ein Lebensreich aus der Sicht der Insekten und Frösche entdecken.
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 „Wasserzauber“ 40 x 30 cm - Acryl auf Passpartout - 2009 (siehe auch "Die frei Malgeste")
Wasser kann tosen, rauschen und reissen, doch sich selbst überlassen kehrt es letzlich immer zur Ruhe, noch mehr es gleicht seinen Pegel selbständig aus. Das Wasser ist in diesem Sinne, der Erde analog, auch ein ausgleichendes Element. Auch darum ist mir die Wasserfarbe Acryl und das ergiebige Wässern vom Papier so sympathisch. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 25.02.2016 | **************** | Thema: Spiritualität | Eine Lektion der Toleranz, eine bemerkenswerte Anekdote aus dem Haus der Religionen. Damit ein Hindu-Tempel ein echter Tempel ist, müssen vom Kultraum aus direkte Verbindungen zur Erde und zum Himmel bestehen. Mit diesen Bedingungen waren weniger die anderen Glaubensgemeinschaften sondern vielmehr die Architekten gefordert. Es musste also eine Art Kamin durch die Auto-Einstellhalle erstellt werden, auch der Supermarkt deren Kundschaft die Einstellhalle benutzt - musste überzeugt werden. Die Decke vom Hindu-Tempel ist teilweise verglast und die unten abgebildete "Skulptur" ragt gut sichtbar über dem Dach heraus. Sämtliche im Haus eingemietete Geschäfte und Bewohner haben eingewilligt, dass es jährlich einen Tag gibt, wo die Heiligtümer der Hindu aus den Schreinen geholt werden und auf einem Wagen in einer feierlichen Prozession um die Liegenschaft geführt werden. An diesem Tag ist beispielsweise der Supermarkt geschlossen - ob religiös oder trivial, alle hier üben den Respekt und die Offenheit gegenüber dem Anderen.

Im Hindu-Tempel selbst ist nota bene, die grosse Türe zum Dialograum (wo sich alle Glaubengemeinschaften treffen) gut sichtbar angeschrieben. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 18.02.2016 | **************** | Thema: Orte der Kraft | "Einmal New-York retour bitte" Haben Sie mich auf dem Blog vermisst? Ja kein Wunder : sehen Sie sich das "wegweisende Bild" da unten an, dann verstehen Sie wohl, dass ich im Wald ein bisschen Zeit brauchte, um wieder zurück zu sein.
 Wegweisendes im Winterwald
Nun im Ernst - heute 18. Februar ist der letzte Tag vom Mond der Rast und Reinigung, die Zeit vom Wassermann, die sich besonders gut eignet, um Projekte und Jahresziele konkret zu definieren. Also habe ich mich in den letzten vier Wochen intensiv mit neuen Ausstellungsmöglichkeiten und Kunstprojekte befasst. Zwischendurch ist eine kleine Klausur, ein Abstecher in die Winterstille ganz hilfsreich, um Überblick und Klarheit zu bekommen. So habe ich an diesem Donnerstag den frischen Schnee in meiner alten greyerzer Heimat genossen. Oberhalb von Bulle befindet sich La Chia : ein kleiner Skilift, eine Loipe, eine Buvette und vier Schneeschuhtrails. Meine Umrundung von La Chia - ein voralpiner Hügel am Fusse vom Moléson - begann ich mit dem Trail zum ehemaligen Kloster La Part-Dieu. In der Gegend über das Kloster befinden sich jene wunderbare Lärchen, die mich schon zu mehreren Bildern inspiriert haben. In allen Jahreszeiten führt die Gegend um La Part-Dieu, bzw. La Chia den Besucher in einem spürbar-mystischer Kraftfeld hinein, nachfolgend ein paar Impressionen aus meinem Wandeln durch den Winter-Zauber.
 Lärchengold so fein und luftig wie Spitzen oder weiss in weiss auf dem Gipfel von La Chia

 ...und auf die andere Hügelseite befindet sich in einer naturbelassenen Mulde vor dem Felsturm vom Moléson die Kapelle von Les Clés | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 28.01.2016 | **************** | Thema: la vie d'artiste | Les Ailes du Lubéron Endlich sind die zwei letzten Bilder von 2015 gerahmt. Es fing damit an, dass ich eine Schachtel Pastelkreiden öffnete, die ich vor bald 20 Jahren in Roussillon (Südfrankreich) gekauft hatte. Mit der recht groben Kreideform konnte ich bis anhin nicht gerade viel anfangen. Da ich aber in den letzten Jahren anstelle fixfertiger Farbe je länger, je mehr Pigment selber anrührte, versuchte ich die Kreide fein zu schaben und dieses Pulver mit Acrylbinder zu einer Farbpaste zu verarbeiten. Zu meiner Überraschung gelang es mir eine geschmeidige Paste zu bekommen.
 "Terre de Liberté" - Acryl auf Torchon mit Ocker-Pigmenten aus Südfrankreich -
Die zweite Überraschung war das lebendige Leuchten der Farben. Diese Lebendigkeit kommt nicht von ungefähr : verschiedenen Lebewesen, die vor hunderte Millionen Jahren das Meer bevölkerten, haben vermischt mit den Sandsedimenten Spuren hinterlassen. Diese Ablagerungen wurden durch die Tektonik angehoben und durch klimatischen Einflüssen zu dem uns bekannten Ocker verwandelt. Je nach Herkunft, ursprüngliche Zusammensetzung und Veränderungsmuster erscheinen heute die Sedimentschichten in unterschiedlichen Nuanzen von weiss, violett, grün, braun, gold oder rot. 
|  mehrfach umgewandeltes Leben aus den Urmeeren - ein echtes Naturprodukt : die Ocker-Kreiden vom Lubéron
|  | Menschen ganz klein im Ocker-Abbaugebiet von Roussillon | | "gebänderte" Hänge |
Es ist für mich ein besonderes Erlebnis die Brillanz dieser Pigmente auf dem Papier aufleuchten zu lassen - es ist Emotion pur zu denken, dass diese Farben von Lebewesen stammen, die vor Jahrmillionen unser Kontinent bevölkert haben. Begeistert fertigte ich schon bald ein zweites Bild, namens "Les Ailes du Lubéron" - die Flügel des Lubéron (woher die Farben herkommen).
 "Les Ailes du Lubéron" - Acryl auf Torchon mit Ocker-Pigmenten aus Südfrankreich - Dezember 2015 | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 22.01.2016 | **************** | Thema: Wanderungen und Inspiration Thema: Orte der Kraft | Im Wintermärchen Mindenstens einmal im Winter muss ich es erleben - die Wanderung vom Schwarzsee gegen das Greyerz, über die zauberhaften Kreten westwärts bis zur Magnina, dann weiter zum Patta hinüber. Unter dem Ausblickspunkt breitet sich sagenumwobene Spielmannda aus. Es gibt manch eine schöne Ecke in der Schweiz aber auf diesem Trail ist die Ausstrahlung im Winter wirklich ausgeprägt intensiv. Diesen Freitag war es bei prächtigstem Wetter soweit. Unterwegs schloss sich ein sympathischer Appenzeller Tourenfahrer meiner Fährte an - er bestätigte mit seinen begeisterten Rufen "Diese Landschaft ist Genuss pur", "Das Leben ist einfach schön" meine Einschätzung.
 die Krete zur Magnina - ein wahres Märchen
Mit Vergnügen durfte ich auch feststellen, dass heuer bis jetzt sich alle Tourengänger und Schneeschuh-Wanderer an die vorgeschlagenen Spuren gehalten haben. Kein wildes Kreuz-und-Quer zu Lasten der Fauna und dabei waren recht viele begeisterte Wintersportler unterwegs. Und trotzdem herrschte meistens eine unglaublich intensive Stille über die Landschaft.
 Blick ins Greyerz - ganz rechts der Moléson, Wahrzeichen vom Freiburgerland | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 20.01.2016 | **************** | Thema: Spiritualität | Miteinander eine menschenwürdige Zukunft gestalten Ich bin begeistert! von meinem Besuch im Haus der Religionen am Europaplatz in Bern. Unter dem Motto "Dialog der Kulturen" proben dort acht Weltreligionen den Austausch, die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Anderen und das friedliche Miteinander. Für mich als ausgeprägt spiritueller Mensch war es natürlich ein "Muß", dieser vor einem Jahr eröffnete Begegnungs- und Austauschort kennenzulernen.
 vom Konzept wie von der Architektur her setzt das Haus der Religionen Maßstäbe
Ein Hindu-Tempel, eine Moschee, eine Derghâ der Aleviten, eine buddhistische Meditationsstätte und eine Kirche sind unter dem gleichen Dach vereint. Jeder Kultraum besitzt eine Türe zum gemeinsamen Bereich, der im Zentrum dieses weltweit-einmaligen Begegnungsorts steht. Die langjährige Geschichte des dahinter steckenden Vereins ist ein wunderbarer Beweis, dass mit dem Zugehen auf dem Anderen, sich mit seinen Anschauungen, mit seinen Bedürfnissen auseinanderzusetzen, sich kennenlernen, sich gegenseitig respektieren scheinbar Utopisches erreicht werden kann. Die lange und nicht immer einfache Enstehungsgeschichte des Projekts berührt mich zutiefst. Diese und alle Kulträume wurden uns von Frau Gerda Hauck und Herrn Hartmut Haas - Pioniere des Vereins - äußerst spannend vorgestellt. Bemerkenswert ist, dass einzelne Glaubensgemeinschaften im Haus der Religionen bereits interne Gräben überbrücken : so steht hinter dem Buddhismus-Raum der "interkulturelle buddhistische Verein" und die Kirche ist ökumenisch gestaltet, um sowohl der reformierten, christkatholischen Kirche, Herrnhuter Brüdergemeine, römisch-katholischen und der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche einen würdigen Treff- und Kultraum zu bieten. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei der Fachstelle Erwachsenenbildung Deutschfreiburg http://www.kath-fr.ch/bildung, dem Zentrum Burgbühl und insbesondere bei Frau B.Horvàth für die gelungene Organisation des Besuchs herzlich bedanken.
Feuchte Augen bekomme ich immer wieder beim Zuhören, wie in diesem Haus unterschiedliche spirituelle Traditionen eine menschenwürdige Zukunft aufbauen. Die gute Stimmung ist im ganzen Haus beeindruckend : man hat das Gefühl, selbst als besserer Mensch hinauszugehen. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 15.01.2016 | **************** | Thema: im Garten | Fenster der Inspiration Gleich vor meinem Arbeitstisch im Atelier gibt das Fenster der Blick frei auf die Natur. Wenn ich zur Zeit in die Winterlandschaft genauer hinschaue erfreut mich das Ballet von etwa 70 Singvögel. |  |  | | Fenster der Inspiration | wer schaut da vom Apfelbaum herunter? |
 die alten Obstbäume werden ebenso wie die Futterstellen geschätzt Spatzen, Blau-, Kohl- und Sumpfmeisen, Erlenzeisig, Buch-, Grün- und Distelfink, Rotkelchen begleiten mich durch die kühle Jahreszeit und wenn's länger gefriert kommen auch Buntspechte und Eichelhäher dazu.
 ein friedliches Nebeneinander
Die elf verschiedenen Rassen kommen sehr gut miteinander zurecht - Neid macht sich eher unter Artgenossen bemerkbar. Und abends mit vollen Bäuchen wird gepfiffen und gesungen... man wähnt sich in einer Voliere. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | 11.01.2016 | **************** | Thema: la vie d'artiste | freier genussvoller Pinselschwung 2015 ist künstlerisch ein brillantes Jahr gewesen : neben der aufwendigen Ausstellung PUZZLE beflügelte mich die Inspiration zu ganzen 30 Bildern. Während dem Aufwerten der übriggebliebenen Puzzle-Teile verfiel ich ganz der "freien Malgeste". Durch den seit Jahrzehnten gekonnt-geschulten Schwung mit den breiten Fächerpinseln kann ich diesen Bildern einen starken Ausdruck voller Spontaneität, eine beeindruckende Dynamik und einen freien Fluss von Emotionen verleihen. Diese Entwicklungsrichtung hat mich schon lange besonders fasziniert, aber erst seit 2011 kann ich die freie Malgeste dank dem langjährigen Erfahrungsschatz voll ausleben. ...und ich geniesse es in allen Schattierungen...
 "Gefiederter Gesang" - Acryl auf Torchon - November 2015 - 40x30cm
 "Alchimie" - Acryl auf Torchon - November 2015 - 18x24cm Für dieses Bild liess ich gerade ein über 3mm dickes Passpartout schneiden. Bei seitlicher Beleuchtung erscheint es nur in dezenten Silbertönen. | | ein Kommentar verfassen | | *************************************************** | | >>>>> | ältere Beiträge | | | | *************************************************** | Nur der Vorname wird publiziert, die e-mail nicht. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. |
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